Mit Gottes Wort durch die Jahre

Liebe Besucherin, lieber Besucher,
jedes Jahr gibt einen besonderen Bibelspruch, der uns durch´s Jahr begleiten soll, die sogenannte Jahreslosung.
Unten angefügt die Losung für 2018 und die aus dem vergangenen Jahr 2017.

Hier haben Sie hier die Möglichkeit besondere Predigten nachzulesen.

Predigten von Pfarrer Müller finden Sie hier.


Am Sonntag Septuagesimä 28.01.2018

Jeremia 9,22-23

22 So spricht der Herr: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit,
ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums.

23 Sondern wer sich rühmen will, wer rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne,
dass ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden;
denn solches gefällt mir, spricht der Herr.

 

Der Wunsch nach Anerkennung und Lob steckt in jedem Menschen.

Es geht dabei auch um Wertschätzung und Anerkennung. Fehlt die Anerkennung, spielt sich manch groß auf,

oder macht andere schlecht, nur um selbst besser dazustehen.

Durch das Eigenlob fühlt er sich in seinem Denken und Handeln bestärkt und der Selbstkritik enthoben.

 

Ein Sprichwort sagt: »Eigenlob stinkt, Freundeslob hinkt, Fein­deslob klingt.«

Wenn der Gegner sich zu einem Lob bereit findet, so muss wohl etwas Wahres »dran« sein.

 

In jedem Fall ist das Eigenlob zu unterlassen.»Es rühme dich ein anderer und nicht dein Mund,

ein Fremder - nicht deine Lippen« (Spr 27,2).

 

Loben ist gut und wichtig. Kinder bedürfen des Lobs der Eltern und Lehrer, um zur Selbstbestätigung zu gelangen.

Die Erziehung beruht auf Lob und Tadel, Belohnung und Strafe.

 

Die positiven Mittel (Lob und Belohnung) sind den negativen vorzuziehen.

Immer muss das Lob dabei begründet sein, egal, um was es geht.

 

Beispiele aus der Bibel:

Gen 12,15 wird Sara, die Frau Abrahams

wegen ihrer Schönheit durch die »Fürsten Pharaos« vor dem König gerühmt.

Zu Recht, denn sie ist, wie ihr Gatte Abraham bekräftigt,

»eine Frau von schönem Aussehen«

Die Sprüche enthalte eine Fülle von Lebensweisheiten 25,14).

»Wolkendünste mit Wind und kein Regen:

wer sich erlogener Gabe rühmt«

 

Da wirkt der Selbstruhm noch peinlicher. Und daher gilt generell (Spr 27,1):

»Rühm dich nicht des morgigen Tags,

denn du weißt nicht, was ein Tag gebärt.« (Vgl das Sprichwort:

»Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben«,

aus F. Schiller, Wallensteins Tod, V,4.)

Kein Wunder, dass der Akzent biblischen Lobpreises

auf der geistigen, inneren Schönheit liegt.

Nicht wie einer sein will, sondern wie er wirklich ist, erscheint als wichtig.

 

In vielen Bibelstellen wird gerühmt, was gemeinhin mit »Gottesfurcht«, umschrieben ist.

»Trug ist die Anmut, Dunst die Schönheit

- eine gottesfürchtige Frau werde geprie­sen!« (Spr 31,30).

Oder: »Es freut sich der Gerechte im Herrn, und birgt sich in Ihm,

es preisen sich alle, die geraden Herzens sind« (Ps 64,11).

Menschen mögen gelobt werden und sich selber loben,

der wirkliche Ruhm gebührt Gott allein.

Der Ruf hal'luja, »lobet Gott«, kehrt sehr häufig wieder

(in vielen Psalmen »Preiset Ihn – rühmt ihn!)

Gott »wünscht nicht die Stärke des Pferdes,

will nicht die Schenkel des Mannes« (seine Schnelligkeit),

sondern Er wünscht jene, die »Ihn ehrfürch­ten,

auf seine Liebe hoffen« (Hiob)

Wie die Gemeinschaft mit einem halleluja

zum Gotteslob aufgerufen wird,

so kann der einzelne sich zu diesem Lob anspornen:

»Preise, meine Seele, Ihn!« (Ps 146,1; B-R).

Und wenn dies geschieht, wird der »Seele« der wahre Lobpreis zuteil: »Um Ihn preist sich meine Seele« (Ps 34,3).

 

Vor dem Hintergrund des falschen und wahren, unberechtigten und berech­tigten Lobens

sind die beiden Verse in Jer 9,22f zu verstehen.

 

Sie gehören zur Gattung der Weisheit,

Die beiden Verse sind der Abschluss einer in 7,2 einsetzenden Rede vor dem Tempeltor in Jerusalem. –

Der Prophet spricht zu Leuten, die Gott loben wollen.

Es geht um das echte Lob – um den rechten GD – um das Leben.

 

Zusammenfassung

Menschen loben und werden gelobt. Das ist gut und notwendig.

Ein berechtigtes Kompliment zur richtigen Zeit spornt an und ermutigt.

Nur das Eigenlob stinkt, weil es die Fakten vertuscht und die positiven Seiten überbetont.

 

Wer sich seines Wissens, seiner Kraft und seines Reichtums rühmt, verfällt dem Vorwurf des Eigenlobs.

Er bleibt dort stecken, wo er sich in seiner menschlichen Entwicklung gerade befindet,

er braucht sich nicht anzustren­gen, um besser zu werden;

denn er fühlt sich vollkommen, den anderen Menschen überlegen.

Echtes Lob orientiert sich demgegenüber an höheren Werten,

an Gottes Wirken - an Seiner »Liebe«, Seinem »Recht« und Seiner »Gerechtigkeit«.

 

Wirkliche Weisheit dient der Nächstenliebe, wirkliche Stärke dem Recht, das jedem Menschen

- auch dem Armen und Schwachen - zusteht, wirkli­cher Reichtum der Gerechtigkeit,

die auf Hebräisch z'daqa, und das heißt auch »Wohltätigkeit«, genannt wird.

 

Wenn sich jemand rühmen will, obwohl es besser wäre, er sähe davon ab,

dann rühme er sich nicht des Erreichten, sondern des noch zu Erreichenden und seines Willens,

für die anderen Menschen dazusein, für jene, die auf seine Gaben angewiesen sind.

 

Das Lob Gottes hilft uns – realistisch mit sich selbst umzugehen.

Das Lob Gottes gibt auch den anderen Menschen, die Wertschätzung,

die er braucht um motiviert zu werden.

Lob und Anerkennung – damit sollen wir unter einander nicht geizig umgehen.

 

Mit Kritik dagegen sollen wir sparsam und vorsichtig umgehen, denn sie hilft dem anderen nicht.

Schon gar nicht sollen wir einander mit Kritik und Ablehnung in der Öffentlichkeit bloßstellen.

 

Wer einem anderen Menschen so die Schamesröte ins Gesicht treibt – übertritt das Gebot: du sollst nicht Blutvergießen….

Eine Auslegung des 5.Gebotes.

 

Lob und Anerkennung baut auf – und ehrt in diesem Fall auch Gott, so gestaltet sich eine Atmosphäre,

die von Liebe und Vergebung geprägt ist, in dem wir Gott die Ehre geben – in der auch der gute Geist Gottes wirkt.

 

Hier wird etwas spürbar vom Reich Gottes, Hier wirkt die Kraft des Evangeliums, es wird Leib und Seele gesund. AMEN.

 

 

Jahreslosung 2018 

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Jahreslosung 2017 

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