Nairobi: Straßenkinderprojekt

Neue Infos aus Nairobi von Claudia Heiß im April 2018:

Kajoo

Lachen und Weinen
Sie wird „Kajoo“ von den PLCC Kindern genannt, seit sie ins PLCC gebracht wurde. Vor 18 Jahren wurde sie auf Nairobis Straßen geboren. Ihr Vater starb, als sie noch sehr klein war. Sie lebte mit ihrer Mutter, die heute vier weitere Kinder hat. Im Alter von vier Jahren zog sie im Pangani Haus ein. Man sah sie fast immer lächelnd oder lachend. Sie eiferte ihren großen Schwestern nach; putzen diese ihre Schuhe tat sie das auch. Sie hat im PLCC mit dem ersten Kindergartenjahr begonnen und seit Januar besucht sie nun die Sekundarschule. Für sich allein gesehen, ist sie stolz auf ihre Leistungen. Aber es macht sie traurig und besorgt, dass ihre Mutter und die Geschwister weiterhin auf der Straße leben. Sie wünscht, ein Wunder möge geschehen und ihre Mutter könnte ihr Leben ändern.

Wir haben sie aufwachsen sehen und zweifeln nicht, dass Gott einen Plan mit der Familie hat und eines Tages Kajoos Tränen abwischen wird. Wir tun alles uns mögliche, um weitere ihrer Verwandten ausfindig zu machen, damit jemand aus der Familie sie besucht, wenn in der Schule ein Elterntag stattfindet. Dank allen, die geholfen haben, dass Kajoo so weit kommen konnte.

 

Rückblick Gemeindeabend mit Pfarrer Pfindel im Februar 2018

Wir freuen uns, dass Herr Pfarrer Pfindel aus unserer Nachbargemeinde Schalkhausen ebenfalls Kontakte zum Straßenkinderprojekt Nairobi hat. Er war bereits dort und konnte uns Bilder zeigen und persönlich berichten über die neuesten Entwicklungen.

Wir haben auch bisher in kurzen Abständen im Gemeindebrief berichtet. Claudia Heiß, die gemeinsam mit ihrem Mann zum Aufbau des Projektes beigetragen hat und auch jetzt noch immer wieder in Nairobi vor Ort ist, hat uns freundlicherweise Informationen gesendet. Das wird auch weiterhin der Fall sein.

Mädchen, die in den Slums Nairobis leben, haben meist kein wirkliches Zuhause. Das Leben auf der Straße ist unbarmherzig und hart. Überall droht die Gefahr, überfallen oder vergewaltigt zu werden. Liebe, Geborgenheit und Sorglosigkeit kennen sie nicht. Ihr Zuhause besteht oft nur aus einer Plastikplane zwischen Müll und Schutt am Rand der Elendsviertel Nairobis.
Das Pangani Lutheran Children Centre (PLCC) der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kenia ist ein Zentrum für Mädchen in Nairobi. Seit mehr als 15 Jahren kümmern sich Mitarbeiterinnen um schutzlose Mädchen von der Straße. Die Mädchen brauchen viel Zuwendung, Zeit und Geduld, um wieder Vertrauen zu Erwachsenen fassen zu können. Im PLCC lernen sie lesen, schreiben und rechnen. Wer fleißig ist, kann sogar eine weiterführende Schule besuchen und einen Beruf erlernen.

Seit vielen Jahren unterstützt und begleitet die Kirchengemeinde Elpersdorf das Projekt „Straßenkinder Nairobi“ (Pangani Lutheran Children’s Centre). Bei diesem Projekt wird Mädchen, die sonst auf der Straße leben müssen und keine Schule besuchen, eine Schulausbildung und eine Unterkunft und Betreuung in einem Haus ermöglicht.

Das Pangani Lutheran Children's Centre (PLCC) ist eine sozial-diakonische Einrichtung der Kenya Evangelical Lutheran Church (KELC), die sich Mädchen annimmt, die in den Straßen Nairobis betteln und leben. Zum Zeitpunkt der Aufnahme besuchen sie keine Bildungseinrichtung. Unser Ziel ist es, durch das Angebot einer ganzheitlichen Erziehung ihre Lebenssituation zu verändern.

 Das PLCC setzt seine Ziele in konkreten Einzelmaßnahmen um.

  • Rehabilitation durch schulische und außerschulische Erziehung
  • Unterstützung bei der beruflichen Ausbildung oder beim Studium an Hochschulen und der Universität
  • Übernahme aller Schulkosten (für Schuluniform, Lehrmaterial, Essen, Fahrtkosten und Gebühren)
  • Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung in der Einrichtung
  • Intensiver Kontakt zu Schule und Erziehungsberichtigten
  • Unterbringung für besonders gefährdete Mädchen
  • Mütterliche Fürsorge für die aufgenommenen Kinder
  • Ausreichende Ernährung
  • Psychologische Beratung
  • Medizinische Vorsorge und Behandlung
  • Bewusstseinsbildung für die besondere Gefährdung durch AIDS
  • Seelsorge
  • Einübung in alltagstaugliche Fertigkeiten wie Körperpflege, Hygiene, Wäschewaschen, Kochen und Handarbeiten
  • Bereitstellung von Kleidung und Hygieneartikeln

Im Internet unter http://www.plcc-nairobi.org/de finden Sie weitere, aktuelle Informationen. Wir möchten Sie einladen, die Webseiten zu erkunden und hoffen auf Ihre Mithilfe.

Verbindungsfrau ist Claudia Heiß von Mission Eine Welt. Sie hat zusammen mit ihrem Mann viele Jahre in Nairobi beim Aufbau des Projektes mitgearbeitet und besucht immer noch jährlich die Station. Sie berichtet uns auch aktuell im Gemeindebrief über die aktuelle Entwicklung und Verwendung der Spenden.

Alle Spenden kommen direkt und ungekürzt dem Projekt zugute.